FAQ
Häufige Fragen zur außerklinischen Intensivpflege.
Unsere Antworten.
Von der Kostenübernahme bis zur Wahl zwischen Wohngemeinschaft und häuslicher Pflege – die Fragen, die Familien uns am häufigsten stellen.
Allgemein
Was bedeutet außerklinische Intensivpflege?+
Außerklinische Intensivpflege ist medizinisch-pflegerische Versorgung auf Klinikniveau – nur außerhalb der Klinik. Sie richtet sich an Menschen, die dauerhaft beatmet werden, eine Trachealkanüle tragen oder aus anderen Gründen rund um die Uhr engmaschige Beobachtung und Pflege brauchen. Wir übernehmen Beatmungstherapie, Vitalzeichen-Monitoring, Medikamentengabe, Wundversorgung und Grundpflege – im häuslichen Umfeld oder in einer unserer Wohngemeinschaften.
Was bedeutet außerklinische Komplexbehandlung?+
Sie geht über reine Pflege hinaus. Ein strukturierter Therapieansatz mit klaren Zielen: Förderung von Mobilität, Training von Schlucken, Sprechen und Atmung, Unterstützung beim Kostaufbau, Anleitung im Umgang mit Erkrankung und Notfallsituationen sowie Vorbereitung auf Weaning oder Reha. Pflege und Therapie greifen ineinander – mit dem Ziel, Selbstständigkeit zurückzugewinnen, wo immer es möglich ist.
Wer hilft uns bei der Entscheidung zwischen häuslicher Pflege und Wohngemeinschaft?+
Wir. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation: Welche medizinische Versorgung wird gebraucht? Welche räumlichen Möglichkeiten gibt es zu Hause? Wie ist Ihr Familiensystem aufgestellt? Wie viel Nähe oder Privatsphäre wünschen Sie? Auf dieser Basis empfehlen wir eine Versorgungsform – die Entscheidung treffen Sie.
Was passiert konkret, wenn wir uns für Sie entscheiden?+
Wir übernehmen die gesamte Organisation: Abstimmung mit Klinik, Ärzten und Kostenträgern, Beantragung aller Leistungen und Planung der Überleitung. So entsteht ein nahtloser Übergang vom Krankenhaus in die weitere Versorgung – ohne Wartezeit, ohne Pause.
Wie schnell kann die Versorgung nach der Klinik starten?+
In den meisten Fällen innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen – je nach Genehmigungslage und Hilfsmittelversorgung. Wenn die Klinik uns frühzeitig einbindet, läuft die Überleitung oft parallel zur stationären Behandlung. Sprechen Sie uns gern direkt an: Bei eilbedürftigen Fällen finden wir einen Weg.
Wie wird die Pflege individuell auf Sie und Ihren Angehörigen abgestimmt?+
Wir starten mit einem ausführlichen Erstgespräch und einem Folgetermin. Dabei erfassen wir Ressourcen, Einschränkungen, Ziele und Vorlieben – auch im Alltag. Auf dieser Basis erstellen wir einen individuellen Pflege- und Therapieplan, den wir laufend mit Ihnen anpassen.
Welche Qualifikationen hat Ihr Team?+
Wir arbeiten ausschließlich mit examinierten Pflegefachkräften, die eine Weiterbildung in der außerklinischen Beatmung absolviert haben. Eine neurologische Atmungstherapeutin ist Teil unseres Teams. Regelmäßige interne Schulungen, externe Prüfungen und ein gelebter Austausch im Team sichern die Qualität dauerhaft.
Wie sicher ist die Versorgung bei Beatmung oder Notfällen?+
Unsere Fachkräfte sind speziell für Intensiv- und Beatmungspflege geschult und vor Ort jederzeit handlungsfähig. Veränderungen erkennen wir früh, weil wir engmaschig beobachten. Im Notfall greifen abgestimmte Abläufe – mit klarer Eskalation zu Ärzten und spezialisierten Zentren.
Sind Sie 24/7 erreichbar?+
Ja. Die Pflege selbst läuft 24/7 vor Ort – in der Wohngemeinschaft genauso wie in der häuslichen 1:1-Versorgung. Zusätzlich erreichen Sie als Angehörige unser Team rund um die Uhr.
Was kostet uns die Versorgung?+
Die medizinische Intensivpflege wird in der Regel von der Krankenkasse nach SGB V übernommen. Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung können über die Pflegekasse nach SGB XI finanziert werden. In einer Wohngemeinschaft kommen Mietkosten für Zimmer und Gemeinschaftsbereiche dazu. Falls Eigenanteile bleiben, prüfen wir mit Ihnen alle Wege – Hilfe zur Pflege, Entlastungsleistungen, Sozialamt. Alles transparent, bevor Sie sich entscheiden.
Wie sind Sie mit Ärzten und Klinik vernetzt?+
Wir arbeiten interdisziplinär: spezialisierte Pflegefachkräfte, Hausärzte, Fachärzte, Atmungstherapeuten sowie Physio-, Ergo- und Logotherapeuten. Mit dem Klinikum Dortmund Nord (zertifiziertes Weaningzentrum) besteht ein Kooperationsvertrag.
Gibt es eine Perspektive auf Entwöhnung von der Beatmung?+
Ja. Durch ein strukturiertes Weaning-Konzept und gezielte Therapie arbeiten wir aktiv an Funktionsverbesserung. Wenn medizinisch möglich, ist das Ziel eine Dekanülierung oder die Vorbereitung auf weiterführende Reha. Wir versprechen kein Wunder – wir holen das Mögliche raus.
Wie wird mit Palliativsituationen und dem Lebensende umgegangen?+
Mit Würde, Ruhe und der Haltung, dass Sterben Teil des Lebens ist. Wir begleiten palliativ – pflegerisch, medizinisch und menschlich – und arbeiten eng mit Hausärzten, Palliativärzten und Hospizdiensten zusammen. Angehörige binden wir so eng ein, wie sie es wünschen.
Wie kommunizieren Sie im Alltag mit der Familie?+
Sie haben feste Bezugspersonen im Pflegeteam und einen benannten Ansprechpartner in der Leitung. Updates erfolgen so, wie es für Sie passt – telefonisch, persönlich oder schriftlich. Bei Veränderungen melden wir uns von uns aus. Wir wollen, dass Sie nie das Gefühl haben, nachfragen zu müssen.
Wohngemeinschaften
Können wir die Wohngemeinschaft vorher kennenlernen?+
Sehr gern. Vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin – wir zeigen Ihnen die Räume, stellen das Team vor und beantworten alle Fragen, die im Gespräch entstehen. Auch ein Probewohnen lässt sich in Einzelfällen organisieren.
Wie sieht der Alltag in der WG aus?+
Kleine, überschaubare Einheiten mit klarer Tagesstruktur und aktivierenden Angeboten. Der Fokus liegt nicht auf Verwahrung, sondern auf Förderung – gemeinsame Mahlzeiten, Ausflüge, individuelle Beschäftigung. Privatsphäre im eigenen Zimmer bleibt jederzeit möglich.
Wie sind die Besuchszeiten?+
Es gibt keine festen Besuchszeiten. Sie sind willkommen, wann immer es Ihnen passt – auch nachts, auch zum Übernachten, wenn die räumliche Situation es zulässt. Die WG ist das Zuhause Ihres Angehörigen, und Sie gehören dazu.
Was wird gestellt, was bringen wir mit?+
Pflegebett, medizinische Geräte und sämtliche Pflegehilfsmittel werden gestellt. Das Zimmer kann un- oder möbliert übernommen werden. Persönliche Dinge – Bilder, Decke, Sessel, Lieblingsbücher – machen aus dem Zimmer ein Zuhause. Beim Einzug helfen wir mit einer Checkliste.
Wie wird die Versorgung bei Personalausfällen sichergestellt?+
Im 1:3-Schichtsystem mit 8-Stunden-Schichten und einer vorausschauenden Einsatzplanung. Bei kurzfristigen Ausfällen greift unsere Vertretungsplanung – die Versorgung läuft ohne Unterbrechung weiter.
Was unterscheidet Sie von einem klassischen Pflegeheim?+
Wir sind kein Heim. Maximal zehn Bewohner pro WG, ein festes Bezugsteam, individuelle Tagesstruktur und ein klarer Therapieanspruch. Statt anonymer Routine: persönliche Beziehung, statt Verwahrung: Förderung.
Können Haustiere mitgebracht werden?+
Wir prüfen das im Einzelfall – sehr gern in einem persönlichen Gespräch. Tiere sind oft ein Stück Heimat, und wir wollen das nicht pauschal ausschließen.
Häusliche Pflege
Welche Voraussetzungen muss das Zuhause erfüllen?+
Mit den richtigen Hilfsmitteln und guter Planung lässt sich häusliche Intensivpflege in fast jedem Zuhause umsetzen. Wichtig sind ausreichend Platz für ein Pflegebett und die nötigen medizinischen Geräte sowie ein Stromanschluss in Bettnähe. Bei der Vorbereitung – auch baulich – unterstützen wir Sie.
Wie funktioniert die 1:1-Versorgung im Alltag?+
Eine Pflegefachkraft ist dauerhaft vor Ort – im Schichtsystem rund um die Uhr. Tagesabläufe richten sich nach Ihnen und Ihrem Angehörigen, nicht nach Stationsplänen. Was Sie als Familie weiterhin tun möchten, machen Sie. Was Sie abgeben wollen, übernehmen wir.
Wie viel Privatsphäre haben wir als Familie noch?+
So viel, wie Sie möchten. Unser Team ist da, aber nicht im Weg. Wir halten uns dezent zurück, wenn Sie Familienzeit brauchen, und sind sofort verfügbar, wenn Sie uns brauchen. Räume und Rückzugszonen klären wir am Anfang gemeinsam.
Was passiert nachts?+
Auch nachts ist eine Pflegefachkraft durchgehend vor Ort und wach. Wir überwachen Beatmung und Vitalwerte, übernehmen Lagerung und reagieren auf Notfälle. Sie und Ihre Familie können schlafen.
Wie wird die Versorgung bei Personalausfällen sichergestellt?+
Über ein eingespieltes Bezugsteam und einen Pool qualifizierter Pflegefachkräfte. Auch bei kurzfristigen Ausfällen ist die Schicht durchgängig besetzt – darauf können Sie sich verlassen.